Die ursprünglich als Niedermühle bezeichnete Mehlmühle (Grundstraße 60/62) entstand im 16. Jahrhundert und war bis Mitte des 19. Jahrhunderts in Betrieb. 1842 siedelte sich auf dem Areal eine Glasfabrik mit angeschlossener Gold- und Silberschmelze an. Da das Unternehmen jedoch wirtschaftlich wenig erfolgreich war, übernahm 1854 der Chemiker Christian August Leonhardi (1806-1865) das Gelände, um hier eine Chemische Fabrik einzurichten (Foto). Das Unternehmen produzierte vorrangig Schreibtinte und wurde dadurch international bekannt. Hinzu kamen Büroartikel wie Siegellack, Durchschreibpapier und Farbbänder für Schreibmaschinen, die vom Loschwitzer Stammsitz aus in alle Welt gingen.
 
Wegen der mit der Fabrik verbundenen Umweltbelastung erwarb die Stadt Dresden 1928 das Gelände und ließ die Gebäude 1936 abreißen. Leonhardi hatte zuvor seinen Betrieb nach Trachau verlegt, wo die Firma Leonhardi bis 1953 bestand und noch heute unter dem Namen “Barock” Tinten produziert. An Stelle des früheren Fabrikgebäudes legte man 1937 einen kleinen Park an, in dem auch zwei Skulpturen von Robert Diez Aufstellung fanden. Leider wurde die Grünanlage während des Zweiten Weltkrieges beim Bau eines Luftschutzbunkers beseitigt.